Was ist ein Schulsattel

Der Schulsattel findet vor allem in der Klassik - und Barockreiterei Verwendung. So sind die heutigen Barocksättel deutlich an den Modellen aus dem 17.Jahrhundert angelehnt. Diese wiederum stammen direkt von spanischen Sätteln ab. Damals wie heute wird der Schulsattel vor allem von Reitern der sogenannten hohen Schule genutzt. Er zeichnet sich durch eine relativ enge Sitzfläche und hohe Zwiesel aus. Diese sollen dem Reiter bei Manövern der Schule über der Erde den nötigen Halt geben. Desweiteren hat der Sattel hohe Pauschen am vorderen Teil des Sattelblattes, damit die Beine des Reiters nicht zu weit nach vorn rutschen.

Lediglich nach hinten existiert eine gewisse Bewegungsfreiheit. Auch ist der Schulsattel sehr weit gekammert. Damit wird er den typischen Barockpferderassen, die sich durch einen hohen Widerrist auszeichnen, angepasst. Eine weitere Besonderheit sind die Steigbügel. Diese werden nicht, wie bei anderen Sätteln üblich, direkt an der Sitzfläche, sondern am inneren Teil des Sattelblattes befestigt. Zudem gibt es eine Möglichkeit, die Steigbügel hochzubinden, damit sie dem Pferd nicht an den Bauch schlagen. Auch der Sattelgurt wird am unteren Teil des Sattelblattes befestigt, ähnlich wie bei einem Dressursattel. In dieser Hinsicht gleicht sich auch die Länge des zweilöchrigen Sattelgurtes, mit dem man den Sattel befestigt. 

Das Besondere an einem Schulsattel ist, dass er Metallringe zum Befestigen von Vorder - und Hinterzeug hat. Diese Ausrüstung gibt dem Sattel zusätzlichen Halt, damit er bei Manövern der Schule über der Erde nicht verrutscht. Bevorzugtes Material für den Sattel ist Rauhleder, das nicht nur bequem, sondern auch besonders rutschfest ist. Die Farbe des Sattels ist meist Schwarz oder ein gedecktes Braun. Schulsättel gibt es in verschiedenen Ausführungen, zum Beispiel der Bückeburger Schulsattel oder der Alta Escuella.
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