Ratgeber zur Auswahl einer Satteldecke

Eine der wichtigsten Ausstattungen für sein Pferd ist eine gute Satteldecke. Vielleicht mag jemand denken, dass er darauf verzichten kann, weil sein Sattel speziell für das eigene Pferd anatomisch korrekt angefertigt wurde. Das ist aber nicht richtig. Pferde können zu- oder abnehmen, das ist im Laufe des Jahres gerade im Herbst und Frühjahr gar nicht ungewöhnlich, und so kann es zu Passungenauigkeiten kommen. Selbst wenn diese mit dem Auge nicht gleich sichtbar sind, können Druckstellen entstehen, unter denen das Pferd während des Reitens leidet. Sie solche Druckstellen besonders schmerzhaft und werden nicht behoben, wird das Pferd versuchen, den Schmerz durch eine veränderte Haltung zu mildern. Im schlimmsten Fall kommt es zu irreversiblen Haltungsfehlern und Gelenkentzündungen. Deshalb sollte auf eine Satteldecke unter dem Sattel auf keinen Fall verzichtet werden, denn sie ist weich und nachgiebig und kann kleine Ungenauigkeiten ausgleichen.

Satteldecken schonen also zum einen den Pferderücken, schützen aber auch den Sattel vor den aggressiven Salzen im Pferdeschweiß. Schwitzt ein Pferd unter dem Sattel - und das ist die Regel bei einem gut gerittenen Pferd - ohne dass eine Satteldecke aufliegt, kann es zu Scheuerstellen und Ekzemen kommen, die das Reiten unter Umständen für eine Weile unterbinden und eine langwierige Behandlung erfordern. Nicht zuletzt wird auf Dauer auch das Sattelmaterial angegriffen.

Im Vergleich zu ihrem Nutzen, sind Satteldecken nicht teuer und man sollte am Besten zwei kaufen. Denn auch Satteldecken brauchen Pflege und müssen hin- und wieder gereinigt werden. Da ist es gut, wenn man eine zum Wechseln hat. Eine feste Regel zum Reinigen gibt es nicht, da der Verschmutzungsgrad abhängig ist von der Anzahl der gerittenen Stunden, den Aktivitäten und letztlich auch davon, ob ein Pferd hauptsächlich drinnen oder auch draußen geritten wird. Eine saubere Satteldecke ist ja nicht nur für die Optik wichtig, sondern sorgt dafür, dass durch die konzentrierten Ansammlungen von Salzen, Haut- und Haarpartikeln, die sich auf der Innenseite nach langem Gebrauch ansammeln, keine Hautreizungen und Entzündungen entstehen. Die meisten Satteldecken sind heute bei 30° C maschinenwaschbar und für den Trockner geeignet. So sind sind in kürzester Zeit wieder einsatzbereit.

Welche Satteldecke für mein Pferd?

 

Ursprünglich ausschließlich als Schonung für Pferd und Sattel gedacht, sind Satteldecken heute ein zusätzliches Schmuckstück, wenn sie auf dem Pferd liegen. Es gibt sie klassisch und in allen Farben und Formen, mit hübschen Verzierungen für jeden Zweck und jedes Pferdetemperament. So sind sie Bestandteil des gesamten Outfits, das sich komplett von den Bandagen bis zum Schweif und Mähnenschmuck aufeinander abstimmen lässt. Besonders elegant wirken Satteldecken mit eingearbeiteten Namen. Sie haben damit noch den Vorteil, dass sie nicht verwechselt werden können, wenn ähnliche Satteldecken, vielleicht zum Lüften nebeneinander liegen. Ebenso wie bei der Abschwitzdecke ist neben der Qualität und der verwendeten Materialien der persönliche Geschmack ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl. 

Eine Variante zur Satteldecke ist die Schabracke. Sie unterscheidet sich in ihrer Form und Aufmachung von der einfachen Satteldecke dadurch, dass sie der Form des Sattels angepasst ist und noch über die Vorder- und Hinterkanten hinaus geht. Sie verleiht dem Sattel ein elegantes und kompaktes Aussehen und wird für Festlichkeiten und Veranstaltungen aufgelegt.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Verwendung. Ebenso wie alle anderen Zubehörutensilien, sind Satteldecken für Dressur- bzw. Vielseitigkeitssättel im Angebot. Unterscheiden kann man ihre Verwendung an den gängigen Bezeichnungen. SS zum Beispiel steht für die Verwendung mit einem Springsattel, VSS-Satteldecken gehören unter einen Vielseitigkeitssattel. Für den Dressursattel ist die Satteldecke mit der Bezeichnung DS geschaffen und der VSD ist sowohl für die Dressur, als auch den Vielseitigkeitssattel geeignet.

Wiederum eine Variante ist das Sattelpad. Es ist die einfachste Sattelunterlage, wie sie die Cowboys benutzten und wie sie heute auch beim Westernreiten ihre Verwendung finden. Ein Westernpad wird ohne weitere Befestigung einfach unter den Sattel gelegt. Damit es nicht verrutscht ist ein gut gegurteter Sattel wie beim Westernreiten nötig.

In diesem Zusammenhang spielt auch die Befestigung eine wichtige Rolle. An der Satteldecke befinden sich Schlaufen, durch die der Sattelgurt geführt wird. Ein komplettes Wegrutschen ist damit ausgeschlossen. Bewährt haben sich zusätzliche praktische Klettverschlüsse, da sie extrem gut halten und keine Druckstellen verursachen. Der sichere Halt ohne Verrutschen ist extrem wichtig. Denn es nützt die beste Anpassung nichts, wenn Satteldecke und Sattel nicht dort liegen bleiben, wo sie hingehören. Eine verrutschte Satteldecke, die vielleicht noch Falten unter dem Sattel wirft, schadet mehr als das sie nützt. Deshalb ist schon während des Sattelns darauf zu achten, dass die Decke völlig plan auf dem Pferderücken liegt. Pferde merken sehr schnell, wenn etwas unangenehm ist, und reagieren dementsprechend nervös und unruhig, wenn sie den Gegenstand, der sie gequält hat, beim nächsten Satteln wiedererkennen.

Aus welchem Material sind Satteldecken gearbeitet?

Grundsätzlich sind Satteldecken aus Naturmaterial wie Bauwolle, Lammfell oder Wolle vorzuziehen, da sie von allen Pferden gut vertragen werden und von Natur aus die Fähigkeit haben, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. Es gibt aber durchaus auch Anfertigungen aus Leder oder Kunststoff, die allerdings selten und dann auch nur kurz eingesetzt werden. Satteldecken aus Naturmaterialien werden in der Regel gefilzt um ihre Haltbarkeit zu erhöhen und das Material fest und stabil formen zu können.

Satteldecken bestehn oft aus:

  • - Baumwolle
  • - Lammfell
  • - Wolle

Der einfache Aufbau einer Satteldecke besteht aus drei Schichten, wobei die mittlere Schicht aus einer Schaumstoffeinlage besteht. Diese fungiert noch einmal als zusätzliches Polster zwischen Sattel und Pferderücken. Lammfell wird zur Umrandung gern für entsprechend passende Sättel genutzt. Soll es an der Innenseite das Pferd schützen, ist darauf zu achten, dass der Sattel anschließend noch richtig passt, da es doch sehr dick aufliegt.

Für die Optik werden Satteldecken immer gern mit weiteren Materialien verschönert. So sieht man prächtige Satteldecken mit Samtbezügen und verschiedenen Moosapplikationen. So etwas ist natürlich nicht für den Alltag geeignet, da die Gefahr, dass sie verschmutzen viel zu groß ist und schon nach wenigen Wäschen Glanz und Prunk verloren gehen. Für besondere Anlässe oder einen gemütlichen Sonntagsausritt sind sie allerdings eine Augenweide.

Nach jedem Reiten sollte die Satteldecke vom Sattel getrennt und zum Trocknen aufgehängt werden, sonst siedeln sich leicht Bakterien im feuchten Gewebe ein. Auch könnte sich ein muffiger Geruch entwickeln oder Schimmelpilze sich ansiedeln. Pferdehaare und andere Fremdkörper sollten sorgfältig entfernt werden. Die Satteldecke für den Alltag, die täglich benutzt wird, können Sie ruhig alle vierzehn Tage in die Wäsche geben und wenn es sein muss im Sommer auch öfter. Achten Sie dabei auch immer auf den Zustand der Decke. Sobald sich Stellen zeigen, die abgescheuert sind, muss die Satteldecke ausgetauscht werden und die Lage des Sattels überprüft werden.

Kann ich eine Satteldecke auch gebraucht kaufen?

Natürlich können Satteldecken auch gebraucht gekauft werden. Empfehlen kann man dies allerdings absolut nicht. Denn zum einen weisen gebrauchte Decken Gebrauchsspuren auf und haben sich meistens schon in ihrer Form an anderen Pferderückrücken angepasst. Das größte Manko an gebrauchten Satteldecken ist aber die Gefahr, dass Krankheiten wie Haarmilben oder bakterielle Infektionen, sehr leicht übertragen werden. Gebauchte Satteldecken lohnen sich auch nicht wirklich, denn die Preise für gute Satteldecken liegen nicht so hoch, als dass man das Risiko einer wesentlich teureren Behandlung durch den Tierarzt eingehen sollte.

Wenn sie dennoch eine gebrauchte Satteldecke kaufen möchten, können sie oft in Pferdeforen und Kleinanzeigen fündig werden.

Was kosten Satteldecken?
Eine Frage, die nicht unwichtig ist, da der Kauf keine einmalige Investition ist. Satteldecken unterliegen naturgemäß dem Verschleiß und müssen je nach Abnutzungsgrad immer wieder neu angeschafft und ausgetauscht werden. 

Die Preisspanne für Satteldecken geht von unter fünf Euro bis weit über hundert Euro. Eine allgemeine Empfehlung, in welcher Preisklasse man kaufen soll, kann man nicht abgeben, da Verkäufer und Händler ihr Produkte nach eigenen Maßstäben anbieten. Es lohnt sich auch hier wie immer ein Preis- und Angebotsvergleich. Deshalb haben wir einige Internetseiten mit Anbietern herausgesucht, auf denen eine große Auswahl guter und schöner Satteldecken vorgestellt wird.

Wo kann ich Satteldecken kaufen?

Auf jeden Fall sicherlich in Ihrem Reitfachgeschäft. Doch nicht überall liegt dieser in der Nähe. Satteldecken lassen sich auch wunderbar im Internet kaufen, zumal die Auswahl dort natürlich immens größer ist und auch der Preisvergleich wesentlich einfacher.