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Ein neues Talent an die Front
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Replik auf Christina Huke
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von Eberhard Holin
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Sehr heftig setzen Sie sich in ihren Beiträgen mit meinem Ausflug in die historische Vergangenheit der Cob-Zucht auseinander.
Dazu noch einige Textstellen
Dr.Wynne Davies:
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Von der Kreuzung zum „reinen“ Welsh-Cob: |
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Weiter wird berichtet, dass es in der Tat in Pembrokeshire und Carmarthenshire einen schwereren Pferde-Typ gab („There was a bigger type of composite animal“) und ohne die Frage zu beantworten, ob es sich nun um einen Roadster oder Cob handelte („Without entering upon any vexed question as to what was a Roadster or what is a Cob“,) wurden von den County-Committees drei Hengste geordert, für die Paarung mit solchen Stuten, vgl. The Welsh Cob, a.a.O., S.23 und Welsh-Jhb.2000, S. 54. Auch Hermann Schmitt berichtet in seinem Beitrag „Das Pferd in der Landwirtschaft von Wales“ u.a. über den Welsh-Cob als Gebrauchs- und Arbeitspferd. |
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Dr.Wynne Davies: |
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Auf einer unserer ersten Wales-Reisen Ende der 80-er Jahre konnten wir einen Blick in die Aufzeichnungen (Gestütskarten) eines Welsh-Gestüts werfen, auf denen handschriftlich die Pedigrees der früheren und aktuellen Gestütstiere eingetragen waren. Uns interessierten damals besonders die Angaben über die Abstammungen und Bemerkungen zu den Foundation-Stuten (Zeitraum nach dem Zweiten Weltkrieg). Wir fanden oft die Hinweise „unknown“ oder „Thoroughbred“ oder die Bezeichnung einer anderen englischen Pony-Rasse. Das beeindruckte uns, ein Grund, einige dieser Karten abzufotografieren. So erfuhren wir praktisch am Objekt die ungeheuere Breite des Genpools, dem die heute „rein-gezogenen“ Welsh-Ponys- und Cobs einen Teil ihres Exterieurs und Interieurs verdanken. Bei dieser Gelegenheit noch der Hinweis: Wir haben bisher folgende Welsh-Cob-Gestüte in Wales besucht: Derwen 2mal, Tyngwndwn 1mal und Nebo 3mal, Parc 2mal, Pentrefelin, Cascob, Synod, Fronarth, Llanarth 2mal, Maesmynach 2mal, Menai 3mal, Rainhill, Tregare, Trevallion und Gwynfaes |
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Es ist wirklich unbestritten, dass besonders in den Anfängen die unterschiedlichsten Genströme in die Cob-Zucht geflossen sind, so dass man diese Zucht getrost als einen „Schmelztiegel“ bezeichnen kann. Der Bogen spannt sich von lokalen Pferdeschlägen, zuweilen unbekannter Herkunft, über Hackneys, Norfolk Traber, Yorkshire Coach Horses bis hin zu Arabern und Thoroughbreds (engl. Vollblut) etc. Später kamen über das Foundation-System weitere Einflüsse hinzu.
Die Welsh-Cobs waren als Gebrauchs- und Arbeitspferde im Bereich der Landwirtschaft und im Transportwesen (Textil-/Kohle-/Eisenindustrie) eingesetzt. Sie wurden natürlich auch geritten. |
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Kritik am Inhalt In dem Buch The Welsh Cob finden Sie im Kapitel „The Welsh Cob Overseas“ eine Auflistung von Tieren, die im Laufe der Zeit nach Deutschland exportiert worden sind, a.a.O., S. 105-107, ebenso steht im Welsh-Jhb. 2000 in dem Kapitel „Welsh Ponies and Cobs in Germany Past and Present “ eine ähnliche Auflistung, a.a.O., S. 97-99. Ich hätte es mir also sehr leicht machen und die entsprechenden Hinweise übernehmen können. Bewusst habe ich das aber eben nicht gemacht, aus folgendem Grund: Das gesamte Leistungsspektrum darstellen Ich bedauere es sehr, dass der Welsh-Cob ständig nahezu ausschließlich auf seinen Einsatz im Freizeit-Reiter- und Freizeit-Fahrer-Bereich reduziert wird. Ich gehe ja immer noch davon aus, dass besonders der Welsh-Cob und ebenso die anderen Welsh-Sektionen auch im gehobenen Turniersport (Kl. M und S) ihre Verwendung finden könnten. Sicherlich nicht jedes Tier, aber ich würde mich schon freuen, wenn ich Angehörige aller Sektionen, und besonders eben Welsh-Cobs dort antreffen könnte. Ich bin der Auffassung, das gesamte „Turnier-sportliche Leistungsspektrum“ der Rasse Welsh - besonders aber der Welsh-Cobs - müsste gleichgewichtig herausgestellt und stärker ins öffentliche Bewußtsein gehoben werden. Stattdessen macht vorrangig immer wieder der Begriff von den idealen „Spaß-Cobs“ die Runde. Spaß in der Schule, Spaß im Beruf. Spaß soweit das Auge reicht. Blättern Sie doch mal im Welsh-Jhb. 1999 auf die S.173. Da bekommen Sie einen umwerfenden Eindruck vom Prototyp des deutschen Spaß-Cobs. Zu dieser Kategorie gehört auch das Titelbild von Welsh aktuell, Juni 2000, 5.Jhg., absolutely very impressive. In Holland Turniersport im Vordergrund In Holland geht man andere Wege. Seit 2004 gibt das Nederlands Welsh Pony & Cob Stamboek die sehr aufwendig gemachte Zeitschrift „Welsh Magazine“ heraus. Auf der Körung in Ermelo lag ein Sonderdruck und frühere Ausgaben aus. In diesem monatlich erscheinenden Magazin geht es um die Darstellung der Welsh-Zucht und um den Einsatz aller Welsh-Sektionen im herkömmlichen Turniersport, inklusive der Sektionen NWR und WPBR, angefangen von der Führzügelklasse bis hin zur Dressur, Springen und natürlich zum Fahrsport. In dem Magazin sind exzellente Fotos aus „Fokkerij & Sport“ zu finden. Offensichtlich verspricht sich das Holländische Stammbuch von dieser strategischen Ausrichtung und Schwerpunktsetzung eine besonders nachhaltige Wirkung und Resonanz im Interesse der Rasse Welsh in der Konkurrenzsituation zu den anderen Pony-Rassen. Auf der Suche nach „Sport-Fotos“ Seit Jahren bin ich häufig auf kleinen und großen Turnieren unterwegs, um dort nach Welsh-Ponys und -Cobs zu suchen, schwerpunktmäßig auf Fahr-Turnieren. Dafür lege ich im Verlaufe jeder Turniersaison viele Kilometer zurück, um auch diese Seite der Rasse Welsh zu dokumentieren und anschließend in Pferde-/Pony -Magazinen durch entsprechende Fotos und Texte darzustellen. Als Pressesprecher eines Reit- und Fahrvereins mit über 600 Mitgliedern habe ich rd. 15 Jahre auf den Turnieren in meinem Heimatbereich nach Welsh-Ponys, Welsh-Cobs und Welsh-Partbreds gesucht und diese dann in der heimischen Presse entsprechend herausgestellt. Diese Bemühungen gingen soweit, dass eine überregionale Fachzeitschrift zum großen Sommer-Turnier im Jahre 1993 einen eigenen Fotografen geschickt und immerhin über zwei Seiten die „Führzügelklasse nach englischem Vorbild“ vorgestellt hat, vgl. Reiter Revue, 10/93, S.66-77. In 1993 und in den Folgejahren gingen dann entsprechende Artikel durch zahlreiche regionale Pferde-Magazine, angefangen vom „Reitsport in Weser-Ems“, „Reiterprisma“, „Reiter und Pferde in Westfalen“, „Bayerns Pferde“, „Sachsens Pferde“, und natürlich auch durch den „Pferdemarkt“. Zum Einsatz der Welsh-Cobs im Turniersport In Deutschland existiert kein Cob-Viererzug, der im Pony- oder im Großpferdebereich auf M- und S-Ebene Turniere fährt. Nach dem Verkauf der beiden Welsh-Cobs aus dem Gespann von Ulrich Spennemann nach Österreich ist mir z.Zt. auch kein Zweispänner-Cob-Gespann bekannt, das in der Leistungsklasse S an den Start geht. In der Turniersaison 2004 habe ich nur den Welsh-Cob „Holsteins Caballero“ im Haflingergespann von Dr. Dirk Zimmermann angetroffen. Nennen Sie mir aus dem Zweispännerbereich Cob-Gespanne, die in der letzten Fahrsaison auf M-Ebene platziert worden sind. Früher hatten wir Rainer Doth, Ba-Wü, der Welsh-Cobs in M- und S-Prüfungen erfolgreich vorgestellt hat. Wie sieht es in der Einspänner-Szene auf M- und S-Niveau aus? In diesem Bereich war früher Hans-Jürgen Wiemers, Kurbaum, recht erfolgreich aktiv. Stellen Sie doch mal auf der Basis der Turniererfolge der letzten Fahrsaison eine entsprechende bundesweite Liste der Welsh-Cobs zusammen (inklusive der Einspänner). Als vom „Cob-Virus Befallene“ müsste Sie doch auch diese Seite dieser Sektion interessieren, oder bezieht sich ihr Engagement tatsächlich nur auf den „Einsatz der Cobs im Freizeitbereich“? Mir wäre das zu wenig. Eine Liste über die auf M- und S-Niveau gerittenen Cobs könnten Sie dann gleich hinzu nehmen, damit wir endlich umfassend über das Leistungsspektrum und den derzeitigen Einsatz unserer Welsh-Cobs informiert wären. Es gibt sie doch: Welsh-Cobs im Viererzug Dies sind die Hintergründe, weshalb ich in dem Pferdemarkt-Bericht aus Platzgründen eben keine Liste von bekannten Cob-Gestüten und bekannten Zuchtimporten etc. gebracht habe. Statt dessen wollte ich den Hinweis geben, dass Welsh-Cobs auch auf herkömmlichen Turnieren (Dressur/Springen/Fahren) an den Start gehen. Wenn Vierspänner-Welsh-Cobs schon nicht auf Turnieren anzutreffen sind, dann wollte ich wenigstens durch die Berichte über die Fahrställe kleine Kalvelage/Weser-Ems und Frühauf/Rheinl.-Pfalz/Saar den Nachweis führen: Es gibt sie tatsächlich, Welsh-Cob-Viererzüge, wenn auch noch nicht im Turniersport. Ich bedauere ausdrücklich, dass seit dem Abschied von Prof. Dr. Bauer als 1.Vors. die Rasse Welsh in der Verbandspolitik der IG Welsh nahezu ausschließlich auf den Freizeit-Reiter- und Freizeit-Fahrbereich reduziert worden ist. Auch hier liegen m.E. Gründe für die beklagenswerten Austritte unserer bekannten Welsh-PB/Reitpony-Experten. Abschließende Bemerkungen Als Autor zeichne ich für den Artikel verantwortlich. Der Pferdemarkt ist in erster Linie kein Informationsblatt für langjährige Welsh-Experten. Deren Informationsbedürfnis sollte durch andere Informationsorgane gestillt werden. Die Aufmachung, Schwerpunktsetzung und die gesamte Diktion solcher Artikel orientiert sich an der Kundschaft dieser Zeitschrift. Die Artikel im Pferdemarkt führen für ihre Leser häufig zu einer Erstbegegnung mit einer Rasse oder besonderen Spezies, mehr nicht. Für diese Berichte gelten nicht die wissenschaftlichen Ansprüche eines historischen Oberseminars oder einer entwicklungsgeschichtlichen Vorlesung einer veterinär-medizinischen Universität, dennoch sollten sie in ihren Grundaussagen in der Sache richtig sein. Zur Öffentlichkeitsarbeit der IG Welsh Auf der Zentralen Hengstkörung in Ermelo lagen die neuen Ausgaben des WPCS-Journals und das neue holländische Journal für das Jahr 2005 vor. Die neue Ausgabe des Welsh-Jahrbuchs wurde - wie sonst üblich nicht zum Verkauf angeboten, weil keine Exemplare vorhanden waren. |
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Unbegreiflich Es ist schwer nachvollziehbar, dass Sie in dieser Situation nicht schon früher aktiv geworden sind, obwohl die IG Welsh unübersehbar in ihrer Öffentlichkeits- und Medienarbeit große Probleme hat. Wer in einer konkreten Situation nichts sagt, der macht wenig Fehler, wer aber in einer misslichen Lage über einen so langen Zeitraum hinweg schweigt, der muss sich fragen lassen, warum er sich bis heute nicht öffentlich für die Rasse Welsh und ihren Verband engagiert hat - eine sehr wichtige Arbeit - für die Sie doch nach eigenen Angaben so viele Voraussetzungen mitbringen. Seit ca. 20 Jahren bemühe ich mich die Rasse Welsh in der Pferde- und Pony-Szene bekannt zu machen. In diesem langen Zeitraum hat die Welsh-Gemeinde weder in Welsh aktuell, noch im Welsh-Jahrbuch von Ihnen jemals ein Welsh-Foto oder einen Text gefunden. Warum lassen Sie die IG Welsh in diesem Feld so lange allein, obwohl Sie doch schon seit 10 Jahren vom „Welsh-Virus“ befallen sind? Warum erst jetzt ihre enorme Entrüstung? Auf zu neuen Ufern Nun haben Sie den ersten Schritt getan und durch Kritik an meiner Arbeit ganz toll auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt finden Sie aber auch den Mut zum zweiten. Bieten Sie der IG ihre Talente an, selbstverständlich für alle Sektionen, inklusive der Welsh-Partbreds da ist doch die Nachfolge Dötschel schon länger im Gespräch. Lärmen Sie nicht nur herum, engagieren Sie sich. Machen Sie Vieles anders und hoffentlich Manches besser. Meine Karawane zieht jedenfalls weiter. |
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