Alarmglocken läuten
Auf der Bundesschau der IG Welsh 2005 starteten in den Zuchtklassen lediglich
| 6 A-Hengste |
5 B-Hengste |
1 C-Hengst |
2 D-Hengste |
1 Pb-Hengst |
obwohl bei den deutschen Zuchtverbänden Ende Dezember 2004 |
| 122 A-Hengste |
161 B-Hengste |
26 C-Hengste |
98 D-Hengste |
registriert waren. |
Es sei auch daran erinnert, dass in Sachsen in 2005, 2004 und 2003 keine Welsh-
Regionalschauen stattgefunden haben, ebenso in Schleswig-Holstein 2004 und 2005. Insider prophezeihen, dass sich dieser negative Trend in beiden Zuchtgebieten leider auch
in 2006 fortsetzen wird. 1996 hatten auf der Regionalschau Sachsen in den Zuchtklassen noch 67 und in den Zuchtklassen der Schau in Schleswig-Holstein 116 Welsh-Ponys und -Cobs(!) teilgenommen.
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Moorkieker Gawain/Waregem und Red Flower Selina
Regionalschau Weser-Ems |
Zudem werfen weitere Probleme ihre Schatten voraus. Auf der HP der IG Welsh findet sich seit wenigen Tagen die Mitteilung, dass Frau Alexandra Albrecht kommissarisch die Leitung der Regionalgruppe übernommen hat. Auf ihrer Privat-HP fand sich dazu folgende Information:
"Nachdem ich (Alexandra) bereits 5 Jahre Stellvertreterin des Regionalbeauftragten der IG Welsh Rheinland war, darf ich nun für ein Jahr "Chefin" des Ganzen sein. Mit gemischten Gefühlen sehe ich dieser Aufgabe entgegen und hoffe sehr, dass ich genügend Unterstützung finde..."
Jetzt heißt es zum 16. Okt. lapidar: "Da Rolf die IG-Welsh verlassen hat, leite ich nun kommissarisch die IG Welsh Regionalgruppe Rheinland bis zu den Neuwahlen im Herbst 2006."
Rolf Paffrath, der bisherige Vorsitzende, hat auf der letzten Regionalversammlung (bei schwachem Mitgliederbesuch) enttäuscht seine Funktion aufgegeben. Nach Information von Frau Albrecht ist Rolf Paffrath aus der IG ausgetreten.
Auch den Mitgliedern der Regionalgruppe Hannover wurde bereits in der Einladung zur Regionalversammlung mitgeteilt, dass die bisherige Regionalvorsitzende Erika Labbus für diese Funktion nicht mehr zur Verfügung steht (Inzwischen wurde Andrea Sgolik zur neuen Vors. und Fritz Lehmann zu ihrem Stellvertreter gewählt).
Zu wenig Professionalität
Ein wirksames Mittel gegen negative Trends sind „Revitalisierungskampagnen“, und die setzen Bestands- und Marktanalysen und klare Zieldefinitionen voraus:
- Wo liegen die Stärken und Schwächen der Zuchtgemeinschaft?
- Mit welchen besonderen Maßnahmen können in überschaubaren Zeiträumen Mitglieder wieder aktiviert und neue Interessenten für die Rasse und das Vereinsleben gewonnen werden?
- Welche Faktoren belasten das Binnen-Klima der Zuchtgemeinschaft? Agieren in einer Regionalgruppe "Seilschaften" gegeneinander, leiden darunter immer die Nennungszahlen der jeweiligen Regionalschau.
- Vertritt das Management die Interessen möglichst vieler Mitglieder oder geht es mehr um
die Durchsetzung der Interessen Einzelner?
- Es ist dringend erforderlich auch im Konflikt-Management Prioritäten zu setzen, Randprobleme erledigen sich oft allein. Die strategische Aufstellung der IG muss dringend offen und freimütig thematisiert werden.
Die strategische Aufstellung einer Interessengemeinschaft stabilisiert nach innen und außen. Der Kontakt zur Society und zum "Genpool" des Ursprungslandes ist besonders wichtig. Alle Nachzuchten laufen Gefahr, etwa ab der dritten Generation wegen der unterschiedlichen Haltungs-, Fütterungs- und anderen klimatischen Bedingungen ihren Phänotyp zu verändern.
Auch der starke Einsatz der Nachzuchten im Freizeit- und herkömmlichen Turniersport führt auf Dauer zu Veränderungen von Ex- und Interieur-Eigenschaften. Die ursprünglichen rassetypischen Merkmale beginnen diskret zu verschwinden. Auch aus diesen Gründen kommt es häufig zu erheblichen Verstimmungen und Dissonanzen auf Zuchtschauen, wenn Richter aus dem Mutterland und Verbandsrichter in ihren Urteilen offensichtlich auseinander liegen. Eine Interessengemeinschaft, die ohne eigene Positionen in diesem widersprüchlichen Kräftefeld nicht zukunftsorientiert leichtfertig und unglücklich agiert, wird auf Dauer ihre "innere Balance" und damit ihre Daseinsberechtigung verlieren. Die Mitglieder wandern ab und wenden sich immer stärker den FN-Zuchtverbänden zu. Wo bleibt das Eigen-Profil der IG?

Welsh-B-Stute Nixe auf der Regionalschau Weser-Ems |
Deutlich sichtbares Verbandsprofil
Gerade die kleineren Interessengemeinschaften mit schwächeren Pony-Populationen kommen ohne ein deutlich sichtbares und unverwechselbares Verbandsprofil nicht aus. Die Reduzie
rung einer Rasse nahezu ausschließlich auf ihre Verwendung im Freizeitbereich ist langfristig mit Bestands- und Qualitätsabnahme verbunden. Der Einsatz der englischen Pony-Rassen im herkömmlichen Turniersport ist der eigentliche Hebel um alte Märkte zu halten und neue zu erschließen. Der Katalog von zu optimierenden Maßnahmen reicht von einem stärker an den Bedürfnissen der Mitglieder orientierten Führungsverhalten des Managements bis hin zu einer qualifizierten und permanent agierenden Öffentlichkeitsarbeit usw... |