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Zur Ausstellung
Über 8000 Grubenpferde waren vor dem 1.Weltkrieg unter Tage im Ruhrbergbau beschäftigt. Die Anfänge der Pferdeförderung reichen in den Zechen des Ruhrbergbaus bis ins Jahr 1853 zurück. Als Ersatz für die menschliche Arbeitskraft wurden sie zur Steigerung der Kohleförderung eingesetzt. In Abhängigkeit von den Verhältnissen vor Ort konnte ein Grubenpferd bis zu 10 Kohle-Schlepper ersetzen. Bis nach dem 2.Weltkrieg wurden Grubenpferde als Nutz- und Arbeitstiere unter Tage beschäftigt. Das letzte Grubenpferd „Tobias“ verfuhr 1966 auf der Zeche Blumenthal in Recklinghausen seine letzte Schicht unter Tage.
Die Geschichte des Grubenpferdes wird durch die großzügig angelegte Ausstellung in Erinnerung gebracht. Für die Wissenschaft gilt es, fern jeder Sentimentalität, die Arbeits- und Lebensbedingungen des „Kumpels mit vier Beinen“ aufzuarbeiten und das facettenreiche und oft ambivalente Verhältnis von Mensch und Tier der Nachwelt auch an diesem Beispiel bewusst zu machen.
Die Ausstellung ist in der Alten Werkstatt der Zeche Zollern II/IV mit zahlreichen Exponaten (großen Fotos, Schriftstücken, Arbeitsgeräten etc.) untergebracht, direkt neben dem ehemaligen Pferdestall. Drei „nachgebaute“ Pferde/Ponys geben der Ausstellung einen besonderen wirklichkeitsgetreuen Reiz.
Abschiedsgruß an Tobias und alle Grubenpferde
von Friedrich Lüning
Durch weite Strecken tief unter der Erde
im felsigen Gestein in finsterer Nacht zogt ihr, ihr treuen Grubenpferde die schwer beladenen Wagen zum Schacht.
Ihr habt dem Kumpel das schwarze Gold,
das mühsam er im Flöz gebrochen,
als schwere Last zum Schacht gerollt
mit zitternden Flanken und müden Knochen.
Das letzte Pferd im Ruhrrevier
Tobias` treues Auge bricht,
ein „Knappschaftsrentner“ so wie wir
die letzten Jahr` im Sonnenlicht.
Ein Dank auch jenem, der sich fand,
der dich in Kost und Hut genommen,
wo im verdienten Ruhestand
du gern das Gnadenbrot bekommen.
Lebt wohl, denn andere Zeiten sind erwacht.
Der Hammer dröhnt, Maschinen hetzen,
ihr atmetet mit uns im Schacht,
wer kann die Kumpelschaft ersetzen?
Aus: Drawer Klaus, Erinnerungen an das Grubenpferd, Bochum 1982, S.21
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Anschrift
Westfälisches Industriemuseum
Zeche Zollern II/IV
Grubenweg 5
44388 Dortmund
Telefon: 0231/6961-111
Geöffnet Di-So 10-18 Uhr
www.zeche-zollern.de
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Vergleiche auch die beiden Beiträge auf dieser HP in der Rubrik Berichte
Holin, E., „Grubenpferde, Zeugen der Zeitgeschichte“, Teil 1, Teil 2
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