| Gespräch mit Tobias Bücker
Auf Veranlassung der Redaktion von "Reiter und Pferde in Westfalen" sprach ich während des Turniers in Riesenbeck mit Tobias Bücker. Im Folgenden die ungekürzte Wiedergabe:
Der Emsdettener Tobias Bücker gehört zu den erfolgreichsten deutschen Ein-, Zwei- und Vierspännerfahrern. Der 29-jährige, bald zweifacher Vater, steht seit 16 Jahren aktiv im Turniersport. Seit 1997 gehört er zum Championatskader der Pony-Vierspännerfahrer. Er besitzt das Goldene Fahrabzeichen und hat die Fahrlehrerprüfung erfolgreich abgelegt. 2003 erhielt er beim CAI Dillenburg den "Fairness-Pokal". Schon bei den DM 1995 der Pony-Vierspänner holte er die Goldmedaille. Er gehörte zur Gold-Mannschaft bei den WM 2003 der Pony-Fahrer und auch in der Einzelwertung erzielte er die WM-Goldmedaille. Ungezählt sind seine Platzierungen auf den großen nationalen und den Turnieren im Ausland (weitere Einzelheiten seiner Erfolgsbilanz, siehe "Fahrerporträts der FN").

Tobias Bücker |
R+P: Wie steht es im Augenblick mit Tobias Bücker und seinem Viererzug? Auf den letzten Turnieren sind Sie bei den Platzierungen eher im mittleren oder hinteren Drittel zu finden.
TB: Seit geraumer Zeit bin ich dabei, meinen Viererzug neu zusammenzustellen, und dieser Prozess ist im vollen Gang und noch nicht abgeschlossen. So wird auch Vinchi uns verlassen, und mit dem jungen Paint Brush steht ein neuer Kandidat für unser Gespann bereit.
R+P: Was heißt das weiter konkret?
TB: Das Problem sind in der Regel die "Vorderpferde". Harmonieren die nicht miteinander, kann man auch in den Endergebnissen keine besonderen Erfolge erwarten. Konkret geantwortet: ich suche immer noch nach einem Passer für FS Challenger.
R+P: In früheren Jahren fuhren Sie rein gezogene Welsh-Bs. Auch jetzt haben Sie noch mit Chico B, Harry, Tack und Tizian Welsh-Bs im Gespann. Mit FS Challenger ist ein Deutsches Reitponys hinzugekommen. Heißt das, dass Sie nun sukzessive die Welsh-Bs durch größere Deutsche Reitponys ersetzen?
TB: Nicht unbedingt. FS Challenger hat ein Stockmaß von 143 cm, und dieser Wallach soll im Gespann bleiben. Ein Passer sollte also mindestens ein Stockmaß von 139 cm besitzen, sonst sieht das ja nicht aus. Aber auch die Bewegungsabläufe der beiden Vorderpferde, ganz abgesehen von ihrem Temperament, müssen zu einander passen. Jetzt suchen Sie mal einen Welsh-B in dieser Größe, der diesen Kriterien entspricht, die stehen nicht einfach in der Landschaft rum.
R+P: Wer in der Klasse S vorn mitreden will, der muss täglich trainieren, und dieser Trainingsaufwand ist nur mit hohem Zeitaufwand zu leisten.
TB: Das ist richtig. Ein Training von mehr als drei Stunden täglich - und an Wochenenden auch mehr - ist neben Familie und Beruf einfach nicht drin. Das Fahren betrachte ich als Hobby, und so soll es auch bleiben. Man muss in seinem Leben die richtigen Prioritäten setzen. In diesem Rahmen versuche ich an meine früheren Erfolge anzuknüpfen.
R+P: Das heißt, in absehbarer Zeit, wenn die Abstimmungen im Gespann sich optimaler gestalten, dann ist auch wieder mit Toby Bücker auf vorderen Plätzen zu rechnen?
TB: Selbstverständlich.
R+P: Wir danken für das Gespräch.
Abgedruckt in "Reiter und Pferde in Westfalen", Ausgabe August 2004, 29.Jhg., S.32-33
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